HPV-Impfung: eine Entscheidungshilfe

Was ist eine HPV-Infektion?

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillom-Viren.

Von den bisher bekannten 100 Typen dieser HP-Viren können ca. 40 den Gebärmutterhals und den Genitalbereich befallen. Fast immer hat eine Ansteckung keine schlimmen Folgen: das Abwehrsystem bekämpft die Viren und beseitigt sie. Manchmal entstehen lästige, aber harmlose Feigwarzen (Kondylome). Selten können sich Zellen am Gebärmutterhals verändern, was manchmal zu Gebärmutterhalskrebs führen kann.

HPV-Infektionen sind häufig – über 70% aller Menschen, die Sex haben, kommen im Laufe ihres Lebens damit in Kontakt. Doch keine Sorge, wie gesagt heilt diese Infektion meist nach 1-2 Jahren unbemerkt und folgenlos aus.

Das heißt: Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer häufigen Infektion.

Die HPV-Impfung

Es gibt 2 zugelassene Impfstoffe, Gardasil und Cervarix; beide richten sich gegen die HPV-Typen 16 und 18, Gardasil auch gegen die HPV-Typen 6 und 11.

Die HPV-Typen 16 und 18 sind bei 40-70% der Gebärmutterhalskrebserkrankungen nachweisbar, die HPV-Typen 6 und 11 können Feigwarzen verursachen

Die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren, spätestens aber bis zum 18. Geburtstag sollte sie durchgeführt sein. Und die vollständige Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Dafür übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
Wenn eine Frau bereits mit HPV infiziert ist, macht nach heutigem Wissen die Impfung keinen Sinn mehr.

Was wissen wir über den Nutzen der Impfung?

Sie bietet Schutz vor einer Infektion durch die HPV-Typen 16 und 18 und damit Schutz vor Zellveränderungen, die durch diese beiden Virustypen verursacht werden.

Eine große Studie mit mehr als 17.000 Mädchen und Frauen zeigt beispielsweise folgendes Ergebnis:

Ohne Impfung entwickelte sich bei 2 von 100 Teilnehmerinnen innerhalb von 4 Jahren eine hochgradige Zellveränderung (CIN 3), mit Impfung bei 1 von 100 Teilnehmerinnen.

Im Vergleich schützte die Impfung also 1 von 100 Mädchen und Frauen vor einer hochgradigen Zellveränderung.

Zusätzlich bietet Gardasil Schutz vor Feigwarzen, die von den Typen 6 und 11 hervorgerufen werden.

Zwei Studien mit 6000 Mädchen und Frauen zeigten beispielsweise folgendes Ergebnis:

Ohne Impfung bekamen 4 von 100 Teilnehmerinnen Feigwarzen, mit Impfung nur 1 von 100 Teilnehmerinnen.

Was wissen wir nicht?

- Wie lange der Impfschutz anhält, bislang geht man von mindestens 6 Jahren aus

- Ob auf lange Sicht Gebärmutterhalskrebs wirklich seltener auftritt

- Ob andere krebserregende HPV-Typen an die Stelle der Typen 16 und 18 treten werden

Das ist noch wichtig zu wissen!

Kondome schützen vor der Ansteckung, aber nicht vollständig

Selbstverständlich schützt die Impfung nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Impfung schützt nur vor einer Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18, bzw. 6 und 11.

Bei 30% der Frauen mit Gebärmutterhalskrebs wurden HPV-Typen gefunden, gegen die nicht geimpft werden kann.

Auch deshalb bleibt die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung wichtig, bei der Zellveränderungen erkannt werden können.

Weiterführende interessante Informationen zur HPV-Impfung finden unter folgenden Links:

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